Rocroi - Céline Lecomte

Ich habe das Städtchen Rocroi mittels eines kulinarischen Rundganges kennen gelernt

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Claire The Green Geekette

Mitglied seit 8 Monate

Yogi, liebt das langsame, bewusste Reisen in Verbindung mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Rocroi, das ist (kulinarisches) Kulturerbe reloaded. Es wird Euch gefallen!

Kulinarische Entdeckungsreise durch Rocroi

                     

4 minuten schlemmen

 

Direkt an der Grenze zwischen Frankreich und Belgien liegt das kleine Städtchen Rocroy in den Ardennen. Ein einzigartiger Ort, der von oben wie ein Stern in einem Meer aus Grün erscheint. Hier haben wir uns durchgekostet und so mehr über die Geschichte von Stadt und Region erfahren.

La ville de Rocroi - Céline Lecomte

Ein Name, der zur Verwirrung beiträgt

Wenn etwas die Einheimischen beunruhigt, dann ist es nicht zu wissen, ob man Rocroi oder Rocroy schreiben soll. Obwohl die offizielle Schreibweise das "I" ist, hat der Gemeinderat doch einstimmig beschlossen, die Schreibweise von Rocroi in Rocroy zu ändern.  
Ein kleiner Sprung in der Geschichte, um den Ursprung dieses Konflikts zu verstehen. Die Gründung der Stadt geht auf das Jahr 1198 zurück, als Lord Nicolas IV. von Rumigny im Namen seines Vasallen Raul du Châtelet ein Kreuz errichten ließ, das dem Ort den Namen "Croy de Raul", später "Raulcroy", einbrachte. Die Jahre taten ihr Übriges und gaben der Stadt ihr heutiges Aussehen in Form eines Sterns.
Nach Klärung dieser Fragen zur Schreibweise, die für die Einheimischen hier von großer Bedeutung sind, begeben wir uns auf eine dreistündige kulinarische Entdeckungsreise durch das Städtchen von Rocroi. Wir sind an diesem Mittwochnachmittag ein kleines Dutzend Feinschmecker, denen schon zu Beginn des kulinarischen Rundganges das Wasser im Mund zusammenläuft!

Der Ursprung der Stadt geht auf das Jahr 1198 zurück, als Raul du Châtelet ein Kreuz errichten ließ, das sogenannte "Croy de Raul", was später zu Raulcroy wurde

Rocroy, eine befestigte Stadt in der Form eines Sterns

Begrüßt von einem frischen Apfelsaft aus der Region starten wir unsere kulinarische Entdeckungsreise auf der Place d'Armes (dem einzigen Platz der Stadt) sowie gleichzeitig dem ersten Sprung in die Geschichte von Rocroy. Wir erfahren, dass die mächtigen Befestigungsanlagen der Stadt wider Erwarten nicht dem berühmten Architekten Vauban geschuldet sind, sondern bereits auf das Jahr 1555 und die Herrschaft von Henri II zurückgehen.
Von der Rue de Bourgogne mit dem Tor von Mariembourg aus und von der Rue de France sowie der Rue de Montmorency können wir nach und nach die Struktur dieses Ortes erkennen, der bis 1888 eine Garnisonsstadt war. Unser Führer hat ein Händchen für kleine Details, wie z.B. die Tatsache, dass das älteste Haus der Stadt aus dem Jahr 1676 stammt.

Eine Bibliothek im ehemaligen Pulverturm der Stadt - Claire the Green Geekette Pulverturm in Rocroi - Claire the Green Geekette

Ein echter Pulverturm!

Wenn mich schon die Besonderheit der Rocroy-Kirche mit ihren zwei Beichtstühlen (einer für den Priester und einer für den Vikar) aufhorchen hat lassen, dann sind es vor allem die Pulvertürme der Stadt, die mich beeindruckt haben. Zum Schutz der damaligen Pulverlager wurden Gebäude benötigt, die sowohl robust sein mussten, um möglichen Angriffen mit Kanonenkugeln zu widerstehen, als auch diskret, damit der Feind nicht wusste, was hier tatsächlich gelagert wurde. Ich fand es interessant zu sehen, dass diese Gebäude heute revitalisiert sind und modernen Zwecken dienen!

So wird der erste Pulverturm, den wir besuchen, mit seinen immer noch zwei Meter dicken Mauern nun als Lager- und Versammlungsraum für den Theaterclub der Stadt genutzt. Was den zweiten solchen Pulverturm mit seinen vier Meter dicken Wänden betrifft, ist dieser jetzt eine öffentliche Bibliothek. Ziemlich cool, oder?
Auch hier lausche ich gespannt all den historischen Details über die Feinheiten dieses Ortes, wie zum Beispiel die Erklärung über das Belüftungssystem der Türme, das es Feinden unmöglich machte, das Pulver in den Türmen zu entzünden, oder die Tatsache, dass der Boden keine Eisennägel hatte, um Funken mit den Schuhen der Soldaten zu vermeiden, an deren Sohlen Eisen befestigt war.

Lokale Köstlichkeiten - Claire the Green Geekette

Eine Verkostung, die wir uns verdient haben

Nach einigen weiteren Abstechern in der Stadt, darunter die Bastionen der Befestigungsanlagen, das Museum der Schlacht von Rocroy sowie das des Dreißigjährigen Krieges, haben wir unseren Besuch schließlich in der Bastion du Dauphin beendet, um endlich die ersehnten, lokalen Spezialitäten zu genießen.

Als Appetithäppchen gibt es Art Pizzastücke von der Bäckerei Devouge, köstlich belegt mit Gruyère-Käse, Speckwürfel und Maroilles. Danach geht es weiter zur Boucherie Caron mit traditioneller Charcuterie und Pasteten, die uns mit Vollkornbroten serviert werden, alles begleitet von einem Glas Rocroy-Bier oder Apfelsaft von Huet Boissons. Zu guter Letzt gilt es noch, einige Kuchen zu verkosten.

Als Appetithäppchen gab es Pizzastücke, köstlich belegt mit Gruyère-Käse, Speckwürfel und Maroilles.

Treffen mit einer echten Pferdeliebhaberin

Auch wenn das Thema unseres Rundgangs ein kulinarisches war, so hat sich das örtliche Tourismusbüro von Rocroi dennoch bemüht, uns weiters mit einem leidenschaftlichen "Local Hero" zusammen zu bringen. In der Woche unseres Besuches war der Pferdehof "Ecurie Rocroyenne d'Attelage" an der Reihe, und so haben wir Valérie, eine begeisterte Pferdezüchterin getroffen.
Vom Reitunterricht bis hin zu Kutschenfahrten für alle Altersgruppen haben wir vor allem viel über die bedingungslose Liebe zu ihren Pferden erfahren. Dabei bot sich uns die Gelegenheit zu einer rührenden Begegnung mit dem jüngsten Neuzugang des Gehöfts, oder besser gesagt, dem "Chef der Bande", denn dieses stattliche Pferd maß am Widerrist beeindruckende zwei Meter. 

Nase an Nase mit einem Pferd - Claire the Green Geekette
Rocroi - Claire the Green Geekette

Ich möchte auch so etwas erleben!

 

Tourismusbüro Vallées et Plateau d'Ardenne
1 ter rue du Pavillon, 08230 Rocroi (Frankreich)
Tel.: +33 3 24 54 20 06
www.otrocroi.com
 

 

Öffnungszeiten und Preise
Erwachsene: € 14
Kinder unter 12 Jahren: € 7
Kinder unter 3 Jahren: Frei

Immer Mittwochs um 15.00 Uhr während der Sommermonate Juli und August. Dauer des kulinarischen Rundganges: Ca. drei Stunden.