Wanderrouten in den belgischen ARdennen
Die belgischen Ardennen erstrecken sich über die Provinzen Namur, Lüttich und Luxemburg, sowie einen Teil der Provinz Hennegau. Es gibt also zahlreiche Wandermöglichkeiten – die perfekte Spielwiese für alle Freunde des sanften Tourismus. Durch den Wald, über Felder, vorbei an Städten oder Dörfern, am Wasser entlang oder über felsige Bergrücken - es gibt für jeden Geschmack etwas.
Street Art : Avroy - Guillemins





Auch wenn diese Tour weniger Werke säumen als die Runde durch das „Historische Zentrum und Outremeuse“, sind hier doch zahlreiche symbolträchtige Gemälde zu bewundern, die dazu beigetragen haben, Lüttich als Destination für Street Art bekannt zu machen. Der „Homme de la Meuse“ von Sozyone, der sowohl durch seine Größe wie seine Gestaltung beeindruckt, ist zum Symbol für Street Art in Lüttich geworden. Neben diesem Wandgemälde führt diese Tour zu weiteren hochkarätigen Werken, wie der eleganten Darstellung Chet Bakers von Jérémy Goffart, der realistischen Faust von S.P.Y.K. oder der Farbscheibe von Felipe Pantone.
Signalétique (DE)
Keine Beschilderung

IGN-Plan

Luftbilder / IGN

Hangneigungskarte (IGN-Plan)

Karte 1950 / IGN

Generalstabskarte (1820-1866)

Open Street Map

Lüttich und Hasselt: Honet (2016)
Seit 2016 sind Lüttich und Hasselt durch je ein Werk von Honet verbunden, die sich aufeinander beziehen. Die Verbindung zwischen beiden Städten reicht jedoch viel weiter zurück: Hasseltgehörte zum 980 gegründeten Fürstentum Lüttich, dessen Hauptstadt Lüttich war. Eine Geschichte, die bis in das Mittelalter zurückreicht. Daher verwundert es nicht, hier auf Ritter in Rüstung zu treffen. Was bei der Arbeit von Honet jedoch zum Lächeln verleitet, sind die Attribute, die er den Rittern mitgibt: Es versteht sich von selbst, dass ein Ritter das Lütticher Wappen trägt, aber ein anderer kommt mit Narrenkappe und Lauchstange daher, während wieder ein anderer mit Henkerhaube und Sense im Wappen an den Tod erinnert. Schwer zu sagen, ob die Ritter vor dem riesigen abgeschlagenen Schlangenkopf oder dem „Scharfrichter-Ritter“ fliehen. Die Schwertklinge schließlich zieren viele Buchstaben: Auch wenn die Folge LG eindeutig auf die Stadt Lüttich verweist und das Jahr 2016 in römischen Lettern erscheint, beziehen sich die meisten Buchstaben auf Honet.

Love: S.P.Y.K. (2019)
Dieses Werk, das sich quasi per Fausthieb für die Liebe einsetzt, ist ein echtes Paradoxon. Ob nach vorn gestreckt oder nach oben gereckt, die Faust ist seit jeher ein aussagekräftiges Symbol, das zum Handeln oder gar zur Auseinandersetzung aufruft. Wie bei mehreren anderen Werken behandelt S.P.Y.K. das Thema hier mit sehr viel Realismus. Es gelingt ihm wunderbar, die Farbe und Struktur der Haut wiederzugeben, insbesondere die Falten jedes Fingerglieds. Er schafft es außerdem, den Metallglanz der Ringe, die das Wort LOVE bilden, wiederzugeben. Die Monumentalität des Werks wird durch den roten Farbverlauf noch verstärkt, dessen Nüchternheit einen starken Kontrast zur realistischen Darstellung der Faust bildet.

Shake Hands : Pref (2022)
Im Gegensatz zu dem, was man bei flüchtiger Betrachtung vermuten könnte, ist dieses Gewirr von bunten Buchstaben kein Zufall. Sehr schnell lassen sich bei genauerem Hinsehen Wörter und die Bedeutung dieser ästhetischen Mischung erkennen: „Shake hands“, auf Deutsch „Hände schütteln“. Ein Kunstwerk, das zur Begegnung und Zusammenarbeit in gegenseitigem Respekt einlädt. Eine schöne Botschaft, die sich nur wenige Schritte vom Bahnhof Guillemins, dem wichtigsten Eingangstor der Stadt, entfernt befindet. Pref ist nicht zum ersten Mal dabei. Der britische Graffiti-Künstler liebt es, mit Buchstaben zu spielen (sie zu verdrehen, in die Länge zu ziehen, zu überlagern usw.), für die perfekte Illusion auf unserer Netzhaut. Aber sein künstlerischer Ansatz geht noch weiter: Seine Kreationen vermitteln immer eine Botschaft, die uns oft zum Nachdenken anregt, manchmal Fragen aufwirft und uns immer amüsiert.

Untitled: Noir Artiste (2016)
Die schwarze Strichzeichnung auf weißem Hintergrund ist charakteristisch für die Arbeit von Noir Artiste. Auch dieses Werk zeugt von der minutiösen Sorgfalt und fast schon chirurgischen Präzision, mit der er arbeitet. Die Komposition stellt eine Art Chimäre dar – ein seltsames Mischwesen aus Fisch, Vogel und Katze, das verzweifelt der Zeit nachzujagen scheint, die unweigerlich entflieht. Diese Kreatur – eine echte Metamorphose aus mehreren Tieren – entstand 2016 im Rahmen des Festivals „Métamorphose“. Wie der Name schon sagt, hatte dieses Festival zum Ziel, den Wandel mehrerer Standorte in der Region Lüttich zu beleuchten. In Lüttich wurden dabei die Eröffnung des Museums La Boverie und die Einweihung der Fußgängerbrücke La Belle-Liégeoise gefeiert, die sich zu beiden Seiten dieses seltsamen Mischwesens befinden.

Maas-Mann: Sozyone (2019)
Einige werden sich vielleicht noch an das heute nicht mehr erhaltene Wandbild erinnern, das Sozyone auf einem Giebel an der Kreuzung Rue Nagelmackers und Quai Sur-Meuse geschaffen hatte. Aber diese Arbeit war deutlich kleiner als der „Maas-Mann“. Die Wallonie hat selten so monumentale Werke gesehen! Das geschulte Auge erkennt sofort Sozyones Handschrift in der Figur, deren Gesicht so charakteristisch und gleichzeitig anonym ist und deren Züge durch ein Spiel mit verschiedenen farbigen Formen kaum angedeutet werden. Wie häufig bei Sozyones Werken, zeigt die Komposition einen schwarz gekleideten Mann mit Melone, der von Vögeln umgeben ist. Elemente, für die auch ein gewisser René Magritte eine Vorliebe hatte. Das Originelle an Sozyones Umsetzung ist jedoch, wie er die beiden Hauswände in Szene setzt. Er spielt geschickt mit der Perspektive und zeigt uns nur den oben und unteren Teil der Figur, wobei der Rest bei der Betrachtung aus der Ferne im Kopf komplettiert wird.

Hommage an den Jazz (2): Chet Baker - Jérémy Goffart (2012)
Jérémy Goffart entführt uns mit diesem wunderbaren Porträt von Chet Baker, dem weltweit renommierten Jazzmusiker, der mehrfach in Lüttich auftrat, in die Welt des Jazz. Er ist mit seinem Lieblingsinstrument dargestellt: der Trompete. Aus der Trompete kommen jedoch keine Musiknoten, sondern Schlangenlinien in blassen Farben, die vielleicht das Gefühlsspektrum wiedergeben sollen, das der Musiker beim Spielen vermittelt. Der Hell-Dunkel-Kontrast hebt den Musiker stärker hervor und verweist einerseits auf die Vorstellungswelt des Jazz, aber auch auf den besonderen Musikstil Chet Bakers.

Hommage an den Jazz (1): Jérémy Goffart (2002)
Dieses Werk ist wohl eines der ältesten noch erhaltenen Wandbilder, die im Rahmen der Initiative Paliss’art entstanden sind. Diese Hommage an den Jazz zeigt, wenig überraschend, drei Jazzmusiker (Bass, Trompete und Saxophon), die gemeinsam vor einer städtischen Kulisse spielen, die nicht zwingend Lüttich darstellt. Nur einige etwas farbenprächtigere Häuser lockern den einfarbigen Hintergrund auf.