Park Furfooz (c) Julia Laffaille

Park Furfooz, im Bann einer zauberhaften Natur

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Julia Laffaille

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Park Furfooz,
im Bann einer zauberhaften Natur

Im Bann einer zauberhaften Natur

Die üppige Flora und die Kuriositäten des Park Furfooz laden den Wanderer zur Bewunderung ein.

5 Min. Auszeit

Kanada? Provence? Nein, die Ardennen!

 

Ich betrete enthusiastisch den Park Furfooz zum ersten Mal. Dieses kleine Traumland liegt im Südosten von Dinant, inmitten der Wallonischen Region weit weg von Zeit und Raum. Ich betrete die Natura 2000 Zone und das Naturschutzgebiet und schaue mich voller Ungeduld um, diesen Ort mit der mystischen Atmosphäre zu erkunden. Direkt beim Eintreten werden wir durch diese kleine Holzhütte an einen Ort getragen und sind entspannt. Diese Hütte dient als Rezeption und im Innern erwartet uns der Parkhüter. Ich fühle mich wie in einem kanadischen Park. Mit einer Karte in den Händen schlagen wir uns vorsichtig in die Bäume, den Ältesten des Gebietes und ihre Blätter rascheln an diesem Oktobertag unter unseren Füßen. Die ersten Schritte oberhalb der Rezeption entlocken uns ein erstes „Wooow!“: ein Schwindel erregend hoher Aussichtspunkt mit Blick auf ein kleines Tal. Unten fließt die Lesse gelassen vor sich hin und transportiert ein paar Mutige Kajakfahrer. Zu unseren Füßen fällt die Bergwand steil ab und beheimatet eine besondere Flora und Fauna, die den Wiesen auf Kalkgestein eigen ist. Überraschend in diesem Gebiet der Ardennen! Der Weg führt von Wunder zu Wunder: fünfzehn bemerkenswerte Dinge und Attraktionen, die ich voller Erstaunen auf den Etappen dieses 4 km langen Familienspaziergangs entdecke. Alle bemerkenswerten Dinge werden klar in den Broschüren erklärt, die wir an der Rezeption erhalten haben und so kann ich Natur mit Lernen verbinden. Zuerst stehen ein paar Meter nach dem Eingang eine begeisternde Rekonstruktion alter Thermen sowie die Überreste einer römischen Festung, die ein wichtiges archäologisches Kulturerbe der Region darstellt.

Geologische Kuriositäten vermischen sich mit folklorischen Legenden

Darauf folgen riesige Löcher und ausgehöhlte Vertiefungen in dem erstaunlichen Kalkfels, der einer provenzalischen Landschaft würdig wäre. Diese Grotten dienten in der Vorsteinzeit als Wohnräume und fördern heute dank ihrer Form, Entstehung und Funde die Fantasie und die Legenden.

Park Furfooz

Die Grotten erzählen ihre Geschichte

 

Die erste, das Trou du Grand Duc (dt. „Das Loch des Großherzogs“), erreichen wir über in den Stein gehauene Treppen, die sich in die Eingeweide der Erde zu drücken scheinen. Sie bietet einen prächtigen Blick auf die Lesse. Die Landschaft wird durch den abgerundeten Stein eingerahmt und schafft einen idealen Rahmen. Wir steigen ein paar Treppen hinauf und finden uns in der trockenen Landschaft des Plateaus wieder, um es dann leichter zu verlassen. Der Weg führt nun in ein waldartigeres und feuchteres Milieu hinein, das den grünen und üppigen Pflanzen den perfekten Schutz bietet. Man fühlt sich fast wie im Dschungel des Amazonas und wenn man den Boden und die Blätter betrachtet, erscheint alles permanent feucht.  Ein winzig kleiner Rundweg führt auf eine Bergspitze, sodass wir erneut von einem epischen Ausblick auf das Lessetal profitieren. In der Nähe der riesigen Dreiecksgrotte am Ende des Weges, der Wichtelgrotte „Trou des Nutons“, stellt sich eine zauberhafte Atmosphäre ein. Die Legende erzählt, dass es sich hier um die Behausung der berühmten und oft misstrauischen Wichtel der ardennischen Folklore, der Nutons, handelt. Der Begriff „Nuton“ ist daher ein Synonym für „wortkarg“ und „Misanthrop“ geworden, das will viel heißen! Auf jeden Fall ist dieser Ort die Behausung einiger Fledermäuse, die sich zum Winteranfang in den Felsen krallen. Drumherum machen sich Tausende Farne die Grottenränder streitig und man stellt sich das Leben dieser kleinen Höhlenkreaturen an diesem feenhaften Ort vor. Etwas weiter hinten liegt das Trou du Frontal, Ort toller Funde wie der einer Grabstätte vom Ende der Jungsteinzeit. Weiter unten kann man die sanfte Bewegung der Lesse erkennen, die uns bezaubert und zu sich ruft.

Sich am Ufer der Lesse Zeit nehmen, ihren Fluss beobachten und die Zeit vergessen

Eine der zahlreichen Höhlen im Park Furfooz

Eine wohlverdiente Pause

Umso besser, es wird Zeit für ein Picknick und der Park Furfooz hat alles für Euer Wohlbefinden getan. Ganz natürlich sitzen wir mit hausgebrautem Bier auf den Bänken der Imbissbude des Parks „La Flobette“, die schön am Rand des Flusses liegt und einfach und kreativ dekoriert ist.

Wir sind nicht die einzigen mit dieser brillanten Idee. Auch andere Gruppen, Familien, Freunde, haben sich hier niedergelassen und wir genießen alle, jeder für sich und doch gemeinsam, das angenehme Rauschen des Wassers und das beruhigende Dekor, das uns diese Schenke bietet. Ob für ein Bier oder eine ganze Mahlzeit, diese Imbissbude ist Pflichtstopp, um die volle Erfahrung des Park Furfooz zu machen. Sogar die Kajakfahrer können hier halten und ihre Boote auf einer dafür vorgesehenen Plattform festbinden.

Picknick im Park Furfooz
Park Furfooz

Nachdem wir vollkommen gestärkt sind, unsere Sandwiches hinuntergeschluckt und unser Bier geleert haben, übermannt uns die Trägheit und die Lust am Flussufer in der Sonne zu bleiben ist groß. Aber es wartet noch ein weiterer Teil der Wanderung auf uns und ich warte mit Ungeduld auf die nächsten Kuriositäten. Nur ein paar Meter weiter befindet sich die Grotte Gatte d’Or, in der Bewohner der Legende nach, einen Schatz von einer Ziegenhaut umhüllt versteckt hatten. Heute kann man sie mit einer Taschenlampe besichtigen und, warum auch nicht, den berühmten Schatz suchen. Dann kommt der atemberaubende Puits des Vaux dran, ein enormes Loch inmitten des Waldes, unter dem sich der unterirdische Teil der Lesse sowie ein unterirdischer See befinden. 30 eindrucksvolle Höhenmeter trennen den unteren Weg von der Grotte! Zu guter Letzt gelangen wir zur letzten Höhle des Spaziergangs, zum Trou Reuviaux, die dank der Funde aus dem Römischen Kaiserreich, der zahlreichen menschlichen Knochen in Feuerstein, nicht weniger sehenswert ist.  Nur noch ein paar Meter, bis wir die Rezeption und den Parkplatz erreichen.

Ich verlasse den Park Furfooz mit überschäumender Fantasie, inspiriert durch die fantastische Umgebung dieses Ortes, der, da bin ich mir sicher, von ein paar gut versteckten Kreaturen bewohnt wird.

Erlebt es selbst

Park Furfooz
Rue du Camp Romain, 5500 Dinant, Belgien
Tel.: +33 (0)8222 3477
www.paysdesvallees.be