Urttal

Mit dem Wohnmobil durchs Urttal

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Entdeckungen und Begegnungen

Freiheit mit dem Wohnmobil

Im Urttal folgt man den Mäandern eines facettenreichen Flusses

Mit dem Wohnmobil durchs Urttal

4 Tage, 120km

 

Oh wilde Landschaft, die sich in die Felsschluchten gräbt! Oder sind es die dichten Bäume, deretwegen man sich so klein wähnt? Dieser kleinen Ausflug zum Zusammenfluss der östlichen und westlichen Urt lädt zu einer Auszeit ein und ist oft außergewöhnlich.

 

 

Im Schutz des Waldes, vorbei an einer der großen verlassenen Wohnsitze oder an einer der Burgen, entfacht die Urt Eure Vorstellungskraft. Circa zwanzig Kilometer lang fahren wir von Weiler zu Weiler bis nach Durbuy. Wir gönnen uns einen ersten morgendlichen Stopp in der mittelalterlichen Altstadt kurz bevor der Touristenstrom die Stadt ergreift. Wir wollen uns nun unberührteren Orten zuwenden. Die gute Nachricht ist: davon hat es in diesem Teil der Provinz Luxemburg mehr als genug! Diese Route ist wahrscheinlich eine der schönsten, die die Ardennen Wohnmobilcampern zu bieten haben. Und der Herbst ist keineswegs ein Stimmungskiller.

Radhadesh: spirituell und außergewöhnlich

Weniger als 10 km weiter in Septon folgen wir unserer Route bis zum Schloss von Petite-Somme: eine Oase des Friedens, geborgen zwischen Bäumen. Das jahrhundertealte Schloss versprüht gotischen Charme und hat vor allem eine außergewöhnliche Geschichte! Im 11. Jahrhundert Eigentum des Bischofs von Lüttich, während des Ersten Weltkriegs Lazarett, während des Zweiten Weltkriegs Zuflucht für amerikanische Soldaten und später Ferienzentrum für Kinder mit Behinderung. Seit 1979 ist es Landsitz der spirituellen hinduistischen Gemeinschaft Radhadesh, die Gläubige und Gäste gleichermaßen empfängt. Etwas aufgewühlt von der ungewöhnlichen Erfahrung folgen wir unserer Route bis Ny und Wéris, zwei der schönsten Dörfer der Wallonischen Region („Les plus Beaux Villages de Wallonie”).

Märchenhafte Reise

 

Wéris ist vor allem für seine wichtige Ansammlung an Megalithen in Belgien bekannt. Als wir das Dorf am späten Nachmittag erreichen, empfängt uns dessen Milde. Wir stehen plötzlich einem erstaunlichen Bauwerk gegenüber, das direkt aus einem alten Zauberbuch stammen könnte! Tatsächlich ist La Maison de Harry Cot ein ungewöhnliches Bistro-Restaurant. Wenn wir Glück haben, finden wir noch ein Plätzchen. Wir speisen in einem Raum, der einem umgedrehten Schiffsraum ähnlich sieht. Ein Genuss für Augen und Gaumen! Wir müssen in der Feenwelt gelandet sein… Hütet Euch vor den Nutons (Fabelwesen der französischen Ardennen)! Hoffentlich verärgern wir sie nicht mit unserem kleinen Biwak bei den Megalithen...

Die magischen Mäander der Urt

 

Zwischen grüner Landschaft und bewaldeten Fluren setzt die Natur entschieden auf das Wundervolle. Niemand weiß, welches Fabelwesen wann erscheint! Zahlreiche Brauereien der Umgebung tragen den Namen und das Bild sagenhafter Kreaturen! Auf der Brücke über der Urt in Hotton fahren wir in Richtung der schönen Stadt La-Roche-en-Ardenne. Wir erklimmen einen Weg, der auf das Plateau von Nadrin (396 Höhenmeter) führt. Entlang des Flusses liegen mehrere Campingplätze. Wir parken unseren „Swinguy” am Aussichtspunkt Cinq Ourthes und schlagen dann einen Wanderweg ein, der uns zügig zum schwindelerregend hohen Felsvorsprung Le Hérou führt. Wir genießen die Aussicht auf den Ardenner Wald und auf die Urt, die sich träge durch das Massiv zieht! Unten leuchtet der Fluss wie pures Gold. Magie umgibt uns! Wir halten uns auf der Strecke, die dem Escapardenne Trail folgt. Vor lauter Bewunderung zieht die Zeit spurlos an uns vorbei und die Dunkelheit umhüllt uns. Nur das Licht des Vollmonds leuchtet uns. Mystische Atmosphäre in einer doch gefährlichen Situation! Wie durch ein Wunder finden wir unseren Weg bis zum Wohnmobil zurück, geleitet von den Mäandern der Urt.

Das Flüstern des Waldes

Friedliche Nacht an der Nisramont-Talsperre. Inmitten des Massivs unweit der Kreuzung der östlichen und westlichen Urt gönnen wir uns am nächsten Tag einen erholsamen Spaziergang am Seeufer. Die bekannte Brasserie d'Achouffe ist nur 10 Kilometer entfernt. Wir wollen dort eine informative Besichtigung machen, die weniger familiär gehalten ist wie in den kleinen Brauereien. Unser Durst nach Abenteuern ist gestillt! Jedoch fehlte uns noch eine letzte Sache, um unseren Ausflug zu vervollkommnen. Im Herbst kann man dem Röhren des Hirsches lauschen. Trotzdem wir das Röhren schon ein paar Mal vom Wohnmobil aus gehört haben, kommt es uns an diesem Abend so vertraut vor wie noch nie. Wir erklimmen das Plateau von Tailles, um uns dort auf einen Abend am Lagerfeuer mit Julien zu treffen, einem Natur- und Waldliebhaber und Blogger von „Les Sentier du Phoenix”. Man kann den Tag nicht schöner ausklingen lassen. Am nächsten Tag fahren wir über Landstraßen Richtung Gouvy und werfen sehnsüchtige Blicke in den Rückspiegel.

 

Rastplätze für Wohnmobile entlang der Route

 

 

Rastplatz Houffalize

Ein beispielhafter Rastplatz. 10 Stellplätze im Stadtzentrum, nahe von Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants. 24h-Parkplatz, Wasseranschluss (Adapter mitbringen), Stromanschluss, Abfluss: 12€. Waschmaschine (4€) und Trockner (1€/30 Min.).

 

 

Nisramont-Talsperre

Parkplatz für Wohnmobile, ohne Dienstleistungen. Übernachtungen möglich.

 

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