Mit dem Katamaran auf dem Bairon-See, fotografiert von D. Truillard

Familienwochenende mitten in der Natur, am Bairon-See

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Nathalie Diot

Mitglied seit 3 Jahre 11 Monate

Allein oder in der Gruppe

Einfach und Natürlich

Am Montag werden uns ein paar Sandkörner in unseren Schuhen daran erinnern, dass wir nicht geträumt haben...

Familienwochenende mitten in der Natur, am Bairon-See

1 Wochenende am SEeufer

Indem wir ein Wochenende am Bairon-See verbracht haben, haben wir uns für pure Erholung und Naturgenuss entschieden. Zwei Tage, um total abschalten zu können. Erholung ist hier mehr als nur garantiert.

Eine Möwe im Weizenfeld, ein orangefarbenes Windsurfbrett vor einem grünen Waldhintergrund, eine Frau die in kräftigen, ruhigen Zügen vorbei schwimmt...  Kaum sind wir am Bairon-See angekommen, sind die Alltagssorgen auch schon weit weg. Auf einer Bank sitzend, beobachten wir die Landschaft und genießen den Moment als Familie. Die Kinder spielen auf den vielen Spielplätzen mit Blick auf das Seeufer...

Eine Familie auf dem Katamaran am Bairon-See in den Ardennen, aufgenommen von D. Truillard

Katamaran fahren mit der Familie

Die Flagge ist grün, die Rettungsschwimmer blicken entspannt über das Wasser. Unser gebuchter Termin im Bairon Nautic Club rückt näher. Dieser Club, eine französische Segelschule, die in den 1950er Jahren gegründet wurde, bietet eine Reihe von Wassersportaktivitäten für Familien und Segelexperten gleichermaßen. Hier könnt Ihr Tretboot fahren, Kanus ausleihen, ein SUP (Stand Up Paddle) mieten, Windsurfen, Optimist navigieren lernen ... Neugierig und offen wie wir sind, entscheiden wir uns für einen Katamaran-Kurs als Familie.

 

Ein überaus herzlicher Empfang beim Club

Unser Jüngster, Samuel, findet sich mit seinen sieben Jahren schon sehr gut zurecht, während der neunjährige Gabriel indes lieber den Piraten spielt. Im Club werden wir überaus herzlich begrüßt. Martine, Jean-Pierre und Hugo haben alles vorbereitet, damit wir uns wohl fühlen und das Beste aus unseren zwei Stunden Unterricht herausholen... Wir sind völlige Neulinge und haben keine Ahnung vom Navigieren auf dem Wasser, aber die Ausbilder beruhigen uns.

Gebannt lauscht die Familie den Erklärungen zur Handhabe des Katamarans

Der Katamaran zischt nur so über das Wasser!

Unser Katamaran erwartet uns mit neuen Begriffen: Fock, Ruder, Großsegel... Wir lernen den Grundwortschatz des Segelns kennen, bevor wir zu den ersten Trockenübungen übergehen. Endlich, mit Schwimmwesten ausgestattet, dürfen wir auf das Wasser hinaus. Die Kinder nehmen an der Vorderseite Platz, wir Erwachsene sind hinten, um zu steuern und das Großsegel zu bedienen. "Die Segel sind Euer Motor", erklärt uns Jean-Pierre. "Der Wind Eure Energie; das Ruder Euer Steuerrad." Gesagt, getan. Jean-Pierre gibt den letzten Anstoß, der uns auf das Wasser schickt.
Und was für ein Moment. Ohne sichtbare Anstrengung gleitet unser Katamaran wie von selbst über das Wasser. 

Filip versteht die Handhabe des Katamaran im Nu. Gabriel, eine kleine Hand im Wasser, beobachtet die Geschwindigkeit, mit der wir uns vorwärts bewegen. Hugo achtet auf das Tierkreiszeichen, das unseren Weg begleitet. Das Wasser glitzert in der Sonne, die Brise ist ein Genuss, die Landschaft vom See aus gesehen noch schöner. Unsere Fahrt ist ruhig und anregend zugleich. Wir hätten nie gedacht, dass wir mit einem Katamaran zurechtkommen würden. Unsere aufmerksamen und geduldigen Lehrer haben uns sehr gut unterwiesen. Die Zeit vergeht viel zu schnell.

 

Von Anfang an sind wir verzaubert

Mutter-Sohn-Ausflug mit dem SUP

Viel zu früh sind wir wieder zurück auf dem Trockenen. Samuel jedoch will augenblicklich zurück aufs Wasser. Das Familienpaddel und seine hübschen Formen haben es ihm angetan. Lass uns eine Mutter-Sohn-Fahrt machen, schlage ich ihm vor. Martine erklärt uns dazu geduldig, wie man auf dem SUP am besten aufsteht. Auf dem See nehmen wir unser neues Objekt in aller Ruhe in Augenschein, indem wir die Fahrt auf den Knien beginnen. Ein schönes, lustiges Duo geben wir da ab! Schnell finden wir uns auf dem Paddel zurecht. In Ufernähe versuchen wir, aufzustehen. Erfolg!

Mutter und Sohn auf dem SUP am Bairon-See, Nathalie Diot

Kuschelstimmung in der Kota-Hütte

Schon neigt sich der Nachmittag seinem Ende zu. Wir erreichen unsere Residenz am Seeufer, eine sogenannte finnische Kota. Die Natur ist in dieser einzigartigen Unterkunft allgegenwärtig. Unterhalb der Bäume wirkt unser kleines Haus noch charmanter, und im Inneren ist der Geruch von Holz besonders angenehm. Die Cocooning-Atmosphäre der Kota ist großartig für uns als Familie. Wenngleich wir für diesen Abend die Restaurantoption, das Panoramic mit Blick auf den See gewählt haben, so hätten wir uns durchaus auch vorstellen können, auf dem bereitgestellten Grill der Kota zu grillen.

 

Ein Häuschen wie aus dem Bilderbuch

 

Nach einer kurzen Rast spazieren wir noch mal ans Seeufer. Was für eine Ruhe. Einfach herrlich. Die Kinder rennen, spielen... Hier können wir wirklich total abschalten. In zehn Minuten haben wir das Restaurant erreicht. Dort probieren wir Forellen aus Vendresse, einem nahe gelegenen Dorf. Die Nacht in unserem märchenhaften Häuschen schließlich ist ein weiteres Highlight unseres Aufenthaltes hier. Es ist nicht nötig, den Kindern eine Gute-Nacht-Geschichte zu erzählen. Sie schlafen nahezu sofort ein, verzaubert von den Eindrücken des Tages.

Familienfrühstück vor unserem Kota-Häuschen, Nathalie Diot

Die Vögel singen hören, den Duft der Bäume atmen

Am frühen Morgen, bevor ich die anderen aufwecke, beschließe ich erst einmal, die Süße dieses Sommermorgens alleine zu genießen und lege mich auf einen der Liegestühle, um den Vögeln in ihrem Gesang zuzuhören und den Duft der Bäume einzuatmen. Wir teilen uns die Kota mit einer Meise. Ich habe sie gestern auf dem Liegestuhl entdeckt und heute Morgen pickt sie auf dem Picknicktisch. Kein einziger Laut auf dem gesamten Campingplatz. Alle schlafen noch.
Wir sind mitten in der Natur. Das erste Dorf, Le Chesne, ist drei Kilometer entfernt. Erst am Vortag haben wir dort Croissants für unser typisch französisches Frühstück gekauft. Mmmh, wie die duften!

Wanderweg Natura 2000 entlang des Bairon-Sees, Nathalie Diot Schwäne entlang des Wanderweges Natura 2000 am Bairon-See, Nathalie Diot

Erkundung des alten Teiches und seines Schilfgürtels

Um 10.00 Uhr sind wir mit unserem Führer Aurélien verabredet, um einen alten angelegten Teich und sein Schilfgebiet zu entdecken, ein Naturschutzgebiet, in dem fast 200 verschiedene Vogelarten verzeichnet sind. Für die viereinhalb Kilometer dieses Natura 2000-Entdeckungspfades werden Wanderschuhe empfohlen. Aurélien erzählt uns ganz lebhaft von den Mönchen des Kartäuserklosters Mont-Dieu und der Fischzucht, deren Ursprünge bereits auf das frühe 15. Jahrhundert zurückgehen.

Weite, offene Wege laden zu Erkundungen ein

Wir wandern durch den Schilfgürtel und dann noch durch den Auwald. Wunderschön ist es hier. Vögel wie Reiher, Schwäne, Blässhühner und Lappentaucher erzählen uns von ihren Gewohnheiten... Im Frühjahr und im Herbst landen hier vielerorts Gänse, Kraniche und Löffelenten. Unser Führer, ein echter Naturliebhaber, beantwortet geduldig all unsere Fragen. Das ganze Jahr über werden in Zusammenarbeit mit den örtlichen Naturvereinen Ausflüge organisiert, um mehr über dieses Vogelparadies zu erfahren. Zahlreiche Wanderwege ermöglichen es schließlich, die natürliche Umgebung in völliger Freiheit zu genießen.

Bogenschießen am Seeufer

Bevor wir uns verabschieden, genießen wir noch ein letztes Picknick am Seeufer, im Schatten eines großen Baumes. Die Kinder entdecken noch einige der Aktivitäten, die jeden Nachmittag im Sommer dort angeboten werden. Bogenschießen, Badminton, sogar ein wenig Karate und natürlich Schwimmen.

Am Montag werden uns ein paar Sandkörner in unseren Schuhen daran erinnern, dass wir nicht geträumt haben...

Bogenschießen am Bairon-See, Nathalie Diot

Ich möchte auch so etwas erleben!

 

Bairon-See, Frankreich
Bademöglichkeit mit Aufsicht: Von 15. Juni bis 30. August zwischen 13.00 und 19.00 Uhr.

 

Bairon Nautic Club 
Die Verleihstelle ist in den Sommermonaten Juli und August von 13.00 bis 19.00 Uhr geöffnet. Bei schlechtem Wetter bleibt sie geschlossen. Gruppen- und Einzelkurse für Wassersportaktivitäten werden angeboten. Segeln ist möglich.
Tel.: + 33 6 82 85 44 92
bairon.nautic.club@orange.fr
www.baironnauticclub.fr

 

Unterkunft "Lac de Bairon"
Ungewöhnliche Unterkünfte in den finnischen Kota-Grillhütten, sowie Campingmöglichkeiten, von April bis Ende Oktober. 
Tel.: + 33 3 24 30 11 66
camping.bairon@orange.fr
www.camping-lacdebairon.com

 

Geführte Wanderungen in der Natur 

Das ganze Jahr über wird ein Programm mit thematischen Ausflügen, Wanderungen und pädagogischen Workshops über Fauna und Flora angeboten. Dies ist größtenteils kostenfrei. Information und Anmeldung bei Aurélien Musu, Natura 2000-Koordinator.
44-46 Rue du Chemin Salé, 08400 Vouziers, Frankreich
Tel.: + 33 3 24 71 59 93 oder + 33 6 37 73 33 18 
www.argonne-en-ardenne.fr