Mountainbikefahren nahe der Burg Reuland

Eine Radtour ohne Grenzen in Ostbelgien

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Corinne Stoppelli

Mitglied seit 1 Jahr 7 Monate

Eine kindliche Aufregung ergreift mich, als ich die Idee habe, mit dem Fahrrad eine Grenze zu überqueren

Die grenzenlosen Ardennen auf dem Rad

Von Ostbelgien ins Großherzogtum Luxemburg

5 min. Freiheit

Wir verbringen eine Nacht im Gästezimmer von Heimgard in Burg-Reuland und stellen fest, dass man in Belgien auch Deutsch spricht. Heimgard und ihr Ehemann haben in dieser schönen Scheune ein kleines, gemütliches und stylisches Appartement eingerichtet, das an eine gigantische Bibliothek angrenzt. Draußen tragen die Hunde, Pferde und vor allem die Magie des sternenüberzogenen Himmels zum idyllischen Charme dieses Fleckchens in den Ardennen bei.

 

Burg-Reuland entspricht meiner Definition von Urlaub. Abgelenkt von dem Charme dieses kleinen, ruhigen Marktfleckens, erholen wir uns dank der natürlichen Umgebung, dem Dorfleben und dem einfachen Genuss einer ruhigen Nacht.

 

Ein 100% Natur-Parcours mit dem Mountainbike

Nach einem leckeren Frühstück statten wir der Touristeninformation von Burg-Reuland einen Besuch ab, um dort unsere Leihräder abzuholen. Dann geht es nach Oudler, zur ersten Etappe einer Rundfahrt von ca. 40 Kilometern durch die belgischen und luxemburgischen Ardennen.

 

Dieser recht einfache Parcours mit zwei oder drei für Anfänger intensiven Steigungen (679 Höhenunterschied) verläuft entlang der Vennbahn, einer historischen Eisenbahnstrecke, die Deutschland und Belgien verbindet.

Notiz: Die von Preußen erbaute Vennbahn wurde 1889 eingeweiht. Teile der Eisenbahnstrecke werden noch heute benutzt.

Die Route in Belgien sind angenehm bewaldet. Ein ruhiges Märchenspiel, bei dem wir von den Flügelschlägen weniger frecher Häher aufgeschreckt werden. Die letzten warmen Strahlen der Herbstsonne fallen freundlich durch die Bäume und verleihen dem Wald eine magische Atmosphäre. Man muss einfach anhalten und sie einfangen!

 

Die Pfade entlang der Vennbahn verströmen eine beruhigende Stille und verleihen der Anstrengung etwas Kindliches. Nach ein paar Stunden machen wir in einem gerade entdeckten Fleckchen am Rand eines Feldes Rast und picknicken. Dank der milden Temperaturen im Oktober können wir uns, wie als wäre es noch Sommer, auf den Boden setzen. Heute trinken wir kein lokales Bier (Fahren verpflichtet!), sondern eine lokale Wurst und andere Spezialitäten, die wir während unserer Reise in den Ardennen zusammengetragen haben.

 

Die Fahrt geht weiter und offenbart sich nach und nach je näher wir der Grenze des Großherzogtum Luxemburgs kommen. Wir befinden uns mitten in den Feldern, neugierige Kühe neben und Wolken, die den Himmel kitzeln über uns.

 

Diese Rundstrecke im Rad- oder Pferdesattel versetzt mich zurück in meine Kindheit, zu meinen unendlichen Abenteuern auf den Wegen, die mein Elternhaus in der Schweiz säumen. Hier fühle ich mich zu Hause.

Mountainbikefahren in Burg-Reuland

Die Grenze überqueren: Hallo Luxemburg!

 

Eine Grenze mit dem Rad oder zu Fuß zu überqueren, hat etwas magisches an sich. Gerade noch waren wir in Belgien und zack! ein paar Zentimeter weiter befinden wir uns ganz offiziell in Luxemburg.

Auf der anderen Seite angekommen, ändert sich die Höhenlage der Strecke und bietet uns ein langes, tolles Gefälle, sodass wir in den Genuss kommen mit dem Wind in den Haaren, herunterzurasen. Ein Genuss, dem direkt der größte Anstieg der Route folgt, auf dem wir alles geben bis wir außer Atem sind.

 

Eine Gruppe Wanderer unterstütz mich in meinen sichtbar mühseligen Anstrengungen und neckt mich freundlich in einer mir unbekannten Sprache. Hmm, welche Sprache spricht man in Luxemburg? Später erfahre ich, dass es nicht Flämisch, sondern Luxemburgisch ist! Doch solange versuche ich mich an Bonjour! und Hallo! auch wenn man mir immer anders antwortet. Hier, auf den Wanderwegen, grüßt man sich…und immer schön lächeln!

Notiz: Passieren der Grenze von Belgien und Luxemburg unter dem neugierigen Blick unserer neuen Freundinnen. Ab Ulflingen im Großherzogtum Luxemburg verlassen wir die Vennbahn und folgen den Wegweisern der Velos-t’Our Panorama bis nach Oberbesslingen.

In Luxemburg wechselt die Strecke zwischen Waldabschnitten und Feldern ab, ein paar typische Dörfer, große Villen sowie dem höchsten Punkt Luxemburgs, dem Kneiff: eine unfassbare Höhe von 560 Metern, besagt ein Schild, was uns zum Lachen bringt. Hier ist es leicht ein Überflieger zu sein!

 

Irgendwo vor Oberbesslingen verfahren wir uns trotz der klaren Beschilderung. Zerstreut verbringen wir mehr Zeit als angedacht in diesem kleinen Land, aber das spielt gar keine Rolle: andere Wege führen uns nach Belgien zurück.

Nach ein paar zusätzlichen Kilometern finden wir uns am Ende der Vennbahn ein und erkennen den leichten Weg wieder, der zu unserer Unterkunft führt. Wir schalten das GPS aus und rasen wie die Kinder in den Wald.

 

Nach unserer Ankunft in der alten Scheune in Burg-Reuland beenden wir unser Picknick, trinken eine stärkende, große Tasse Tee und schlafen schnell in den Schlaf. Müde, aber glücklich, mit dem Kopf voller Bilder und Erinnerungen.

Erlebt es selbst

Syndicat d'Initiative de Burg-Reuland
Von Orley Strabe 24, 4790 Burg-Reuland, Belgien
Tél: +32 (0)80 32 91 31

Radverleih
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