Arpernaz

Wandern und auf andere zugehen mit Club Arpernaz

Man kann wandern in guter Gesellschaft noch mehr lieben und genießen. Mit Club Arpernaz entdecken wir eine sozialere Art des Wanderns.

Wandern und auf andere zugehen

Ein Wandertag mit Club Arpernaz

5 min. Spaziergang

Unser Guide Salvatore Gusciglio namens „Salva“ führt unsere Gruppe aus ca. 15 Personen durch die schönen Felder und Wälder der Ardennen.

 

Kennenlernen

 

Im Morgengrauen erreichen mein Begleiter und ich mit dem Auto das Dorf Amberloup. Der Treffpunkt, den Salva festgelegt hat, ist der Parkplatz der Kirche. Hier treffen sich die Teilnehmer der 20km langen Wanderung.

 

Wir sind unter den ersten, die eintreffen und nutzen die Gelegenheit, um unseren Guide kennenzulernen. Salvatore ist ehemaliger Kriegsreporter und vereint seinen Beruf als Guide mit seiner Leidenschaft: sportliche Tätigkeit und Fotografie.

 

Nach und nach trudeln die anderen Teilnehmer ein. Der Großteil scheint sich schon zu kennen und wir sind ofiziell die Neuen! Wir stellen uns schüchtern vor und werden herzlich aufgenommen. Durch den familiären Umgang fühlen wir uns sofort willkommen.

Übers Land der Ardennen

Nach einer kurzen Einführung zur Strecke verlassen wir Amberloup, um aufzubrechen. Schnell entstehen Abstände zwischen den Wanderern: an der Spitze Salva mit den schnelleren Wanderern, ganz hinten die, die sich Zeit für ein paar Fotos nehmen.

 

Die Wanderer an der Spitze warten regelmäßig auf die anderen, um die Gruppe zusammenzuhalten, und so natürlich, dass sich keiner ausgeschlossen oder unter Druck gesetzt fühlt. Alle wechseln strukturiert durch, vom Anfang bis zum Ende, um Neues von jedem Wanderbegleiter zu erfahren.

Notiz: Salvatore Gusciglio (rechts) ist Präsident und einer der beiden Guides von Club Arpernaz. Er führt als Wanderbetreuer und Sanitäter Profis sowie Anfänger durch Belgien (und das Ausland) auf zwei Wanderungen im Monat.

Das ist eine neue Erfahrung für mich, der Schwerpunkt liegt mehr auf dem Genuss zu diskutieren und sich kennenzulernen als auf Anstrengung, Schnelligkeit und dem „an seine Grenzen kommen“. Jeder sagt es und für Salva ist es Ehrensache: im Club Arpernaz hat die Gemeinschaftlichkeit Priorität.

 

Ich befinde, dass in der Gruppe weniger Anstrengung als ein ruhiger und gesunder Rahmen herrscht, in dem Freundschaften geknüpft werden. Die Mehrheit der Wanderer nehmen regelmäßig teil und freuen sich immer darauf, dieses schöne Erlebnis mit ihren Kumpanen zu teilen. Gelächter und belebte Gespräche sprudeln aus allen Ecken der Gruppe hervor.

Für mich ist marschieren eine Einzelaktivität. Ich werde nur selten begleitet. Aber mit der Gruppe von Salva fühle ich mich wohl: positive Schwingungen, die in der ganzen Gruppe zu spüren sind.

Die Gruppe im Laufen Richtung Wald Gruppe im Laufen Gruppe im Laufen

Am Schluss der Gruppe

 

Unser Platz? Am Schluss der Gruppe. Nicht, um uns zu isolieren, sondern um die Leute einzeln kennenzulernen, die Gespräche zu vertiefen. Mein Begleiter spricht kein Französisch und wird trotzdem in Gespräche einbezogen und integriert: man lässt mir wohlwollend Zeit, Äußerungen und Fragen zu übersetzen.

Zudem ist der Platz am Schluss der Gruppe der Lieblingsplatz derer, wie uns, die gerne fotografieren. So mache ich Bekanntschaft mit Claudine, die sich so wie ich, bemüht, Kühe in der Nähe und Sonnenstrahlen im Unterholz einzufangen.

Beim Wandern gönnen wir uns das Privileg, jedes Detail, jeden Geruch, jede Farbe und hier jede Persönlichkeit, aus denen die Gruppe besteht, in ihrer vorteilhaften Umgebung einzufangen: Frischluft, die Bescheidenheit der Natur.

Der Ardenner Wald: der Herbst in all seiner Pracht

 

Beim Wandern bevorzuge ich am meisten die Wälder, Hölzer und alle Mysterien, die sich in ihnen verbergen: unsichtbare Tiere, die vielen Insekten und Blätter, eindrucksvolle Ameisen, der Moosgeruch und die Pilze, die wie farbige Spielzeuge auf der Theke von ihrem Schaffer ausgestellt wurden.

In den Ardennen sind die Wege ganz besonder ruhig und man befindet sich allein auf Welt, abgeschnitten von der Umweltverschmutzung und vom Lärm, eingehüllt in eine Blase aus Wohlbefinden. Wir fühlen den kilometerlangen Lauf kaum in unseren Beinen, da wir von unserer Umgebung und unseren Interaktionen angenehm ablenkt werden.

Abwechselnd erzählt mir jeder etwas über „seinen“ Teil der (belgischen) Ardennen. Manche kommen von weit weg, von Brüssel und zögern nicht im Morgengrauen zwei Stunden zu fahren, um zur Gruppe dazuzustoßen. Dank ihnen lerne ich mehr über unbekannte Städte und Dörfer, über die hiesigen Sitten und Bräuche, andere Wälder und Horizonte. Ich lege mir also ein schöneres und größeres Bild dieser Region zurecht, in der die Natur sich selbst übertrifft und wo jeder willkommen ist.


Heimkehr nach zehn Tagen in den Ardennen

 

Auch wenn es Zeit ist, um nach Berlin zurückzugehen, wissen wir nach den dutzend Tagen, die wir uns hier verloren haben, dass dieser Aufenthalt unvergesslich bleibt. Und es ist nicht nur die Natur, auch wenn diese sicherlich überwältigend ist. Die Menschen, Handwerker, Guides, Liebhaber und heiteren Wanderer bilden die lebhaftesten Erinnerungen in unserem Gedächtnis. Das war ganz bestimmt nicht unser letzter Aufenthalt in den Ardennen!

Erlebt es selbst

Arpernaz - Salvatore Gusciglio
Rue du Chapy 29A
5570 Wancennes
Tel.: +32 (0)4779 50332

www.arpernaz.be