Mountainbike fahren Wald von Anlier

Durch den Wald von Anlier im Rhythmus des Waldes

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Julia Laffaille

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Der Zauberwald von Anlier bietet magische Radwege für Mountainbikefans

Im Rhythmus des Waldes fahren

                     Der Zauberwald von Anlier bietet magische Radwege für Mountainbikefans

5 min. Auszeit

Ja, jeder ist schon mal Mountainbike gefahren und jeder ist schon mal Mountainbike im Wald gefahren. Aber seid Ihr schonmal mit dem Rad auf den Pfaden des Naturparks Haute Sûre Forêt d’Anlier gefahren? Nein? Dann muss dieser Ausflug auf jeden Fall auf Eure To-Do-Liste wenn Ihr Belgier seid, oder von weiter weg kommt. Sommers wie winters sind die Waldwege eine wahre Oase der Ruhe. Ich habe diesen Wald im Herbst gesehen und habe mich Hals über Kopf verliebt. Ich bin mir sicher, wenn ich ihn im Winter gesehen hätte, hätte ich mich ebenfalls verliebt. Weil er einer der größten Wälder der belgischen Ardennen ist, weil er aus 7.000 ha majestätischer Bäume besteht und weil er Heimat einer großen Anzahl an Tieren ist, die Ihr mit viel Geduld beobachten könnt. Der Wald von Anlier ist ein absolutes Muss. Mit seiner perfekten Lage auf dem Kamm zwischen Maastal und Rheintal, scheint es, als ob der Wald seine Kraft aus dem Wasser zieht, um im Gegenzug eine üppige und fröhliche Natur zu bieten. Da immer mehr Wälder zugunsten des Betons verschwinden, ist er eine wahre Ansammlung an reiner Luft, die man unter den Blättern im Wald von Anlier sucht. In welche Richtung gehts los?

Zu allen Seiten laden uns die Wege ein, diese feenhafte Umgebung zu betreten

Ob von Martelingen, Feitweiler, Léglise oder anderen Gegenden aus, gelangt man über ein paar kleine, unendliche Routen in die grünen Lungen, die von den endlosen Wegen durchzogen werden. In der Umgebung dieser schüchternen Betonstreifen beginnen zahlreiche Wege, die sich in den Schatten der langen fabelhaften Tunnel aus Ästen drängen. Sich für einen Startpunkt zu entscheiden ist nicht leicht. Aus dem Autofenster heraus sagen mir alle schönen Waldeingänge zu; ich strecke meine Nase nach draußen und möchte alle paar Meter anhalten, um Fotos zu machen. Ich vertraue dem Ortskundigen, der den idealen Platz wählt, um das Auto zu parkem.

Hier ist der Mensch Gast der Natur, der Herrin der Umgebung

Wir parken am Straßenrand, holen unsere Räder aus dem Kofferraum und haben nun wieder festen Boden, bzw. Räder unter den Füßen. Dann packt mich der Eindruck einer total magischen Natur und ich kann mir ohne Probleme vorstellen, wie ein paar Fabelwesen wie Wichtel und Werwölfe aus allen Winkeln und Ecken des Waldes hervorkommen. Der Wald von Anlier ist fast schon mystisch und auf alle Fälle bezaubernd. Er ist unwiderruflich eine Quelle für die Fantasie. Ich stelle nach den ersten Kilometern fest, dass die Ruhe hier König und die Natur Königin ist. Nichts stört diesen Ort außer unsere Ausfahrt und andere Spaziergänger und Reiter. Der Wald von Anlier lässt sich mit allen möglichen Fortbewegungsmitteln erkunden, auf kindliche Weise, begeistert von so viel Raum, den man erkunden kann. Auch wenn das Mountainbike schnell viele Kilometer zurücklegt und Nervenkitzel verursacht, sind Spaziergänge oder Ausritte vorteilhaft zum Träumen und um auch die kleinsten Dinge zu entdecken, die der Wald uns zeigt. Licht fällt durch die Bäume, abgefallene Blätter liegen auf dem Boden und es gibt noch ein paar Pilze.

Wald und Licht

Meine Ausfahrt wurde vom Rollen meines tollen Mountainbikes bestimmt; dieser treue, gelädetaugliche Drahtesel durchfuhr mit mir das Unterholz. Aber auch der Gesang der Vögel und das Rascheln der Blätter unter den Reifen des Fahrrads an diesem wunderschönen Herbsttag rhytmisierten meine Ausfahrt. Denn das Leben ist hier allgegenwärtig, um uns herum, und alle Bewohner werden weiterhin in den Tiefen des Waldes leben, abseits menschlicher Pfade, aber doch nah genug, um von sich hören zu lassen.

Wir fühlen uns willkommen und überaus glücklich, hier sein zu können. Dankt der Natur jeden Tag für das, was sie uns schenkt, trotzdem wir ihr den Platz rauben. Im Verlauf unserer auf dem Sattel zurückgelegten Kilometer unter dem sicheren Schatten des riesigen Blätterdaches haben wir natürlich kein Fabelwesen getroffen, aber dafür andere Schönheiten, wie unter Blättern versteckte Ruinen und zahlreiche Pflanzenarten. Auf dem Boden, am Wegesrand oder am Fuß der Bäume. Man muss sich nur die Zeit nehmen, die Schätze zu finden. Nach diesem Tag bin ich sowieso davon überzeugt, dass das besonders in der japanischen Kultur bekannte Waldbaden (Wellnesstherapie im Wald) tatsächlich funktioniert. Ja, die Bäume und die Natur können den Geist besänftigen und zur Ruhe verschaffen. Wenn Ihr also gestresst, müde oder erschöpft seid, gibt es nichts Besseres als eine erholsame Ausfahrt mit dem Rad im nächsten Wald! Und für diejenigen, die sich schnell ins Waldbaden auf dem Rad verlieben und die Umgebung, ob Wald oder nicht, auf diese Weise erkunden möchten, gibt es Teile des RAVEL (frz. Netzwerk für Spazierwege), das sich in der Umgebung befindet und Ausfahrten auf über 1.400 km ermöglichen! Auf in den Sattel!