Foto mit diversen Leckerbissen (Schnecken) aus dem Molignée-Tal, aufgenommen von Pauline von Unloved Countries

Wir kosten uns durch das Molignée-Tal... mit diesen Leckerbissen!

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Pauline - Unloved Countries

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Auf unbekannten Pfaden

Lokale Produkte, die schmecken!

Wir kosten uns durch das Molignée-Tal... mit diesen Leckerbissen!

Für Gourmets aller Art (ausgenommen Vegetarier)

5 Minuten Leckerbissen

Auf geht es in die Provinz von Namur, um das Molignée-Tal anhand seiner kulinarischen Leckerbissen zu erkunden. Bekannt ist dieses waldreiche Tal vor allem wegen seiner mittelalterlichen Burgen und Klöster. Es bietet jedoch auch hervorragende, lokale Produkte. Hier gleich drei Beispiele: Die sogenannte "Escargotière", eine Schneckenzucht mit Schau- und Verkostungsraum in Warnant, das Weingut "Château Bon Baron" und die Fischzucht von Cheneau. Wahrlich zum Anbeißen!

Wir kosten uns durch das Molignée-Tal - Pauline von Unloved Countries

Weinbergschnecken in Petersil-Butter

Wir beginnen unsere kulinarische Reise bei Eric Frolli, dem Chef der sogenannten "Escargotière" von Warnant, einer Schneckenzucht mit Schau- und Verkostungsraum. Jedes Jahr finden sich hier zahlreiche Gourmets wie auch Neugierige ein, um mehr über die Kunst der Zucht von Weinbergschnecken zu erfahren. Mit Eric Frolli sind wir bestens beraten, er ist seit 32 Jahren in der Branche tätig!

Eine Führung hinter die Kulissen seines Unternehmens ist für ihn eine Möglichkeit, die Spezialität der Schnecken, welche in Belgien weniger beliebt sind als in Frankreich, vorzustellen. Denn im Vergleich zu mehr als 350 Züchtern in Frankreich gibt es in Belgien nur rund fünf, die sich der Schneckenzucht verschrieben haben. Ein gewaltiger Unterschied, der zum Teil auf den scharfen Wettbewerb aus der Türkei und eine flexiblere Gesetzgebung in Belgien zurückzuführen ist, die, wie der Hersteller erklärt, lokale Produzenten weniger schützt.

Die "Escargotière" - Schneckenzucht von Warnant - Pauline von Unloved Countries

Eric lädt uns also zu einem kleinen Rundgang durch seinen Betrieb ein. Wir beobachten die Zuchttröge, die Gewächshäuser und die Grünflächen, in denen die Schnecken nach und nach unter Brettern wachsen. Ein kleiner Hund folgt uns überall hin und schnüffelt in den Ecken herum. Er ist der sprichwörtliche "Rattenfänger", der jedes Nagetier tötet, das sich an den Schnecken zu schaffen machen könnte. Eric produziert etwa 600.000 bis 750.000 Schnecken pro Jahr; sein Geschäft floriert. Dennoch kämpft er jedes Jahr darum, Arbeitskräfte zu finden, erzählt er uns. Schließlich ist der Moment gekommen, da wir die Schnecken selbst probieren werden.

Die Schnecken wachsen langsam unter einem Bretterverschlag heran

Geräucherte Forelle und frisches Brot: Herz, was willst Du mehr?

Nachdem wir einige der berühmten Schnecken verkostet und auch welche in einem Kühlbehälter mit auf den Weg bekommen haben, setzen wir unsere kulinarische Reise durch das Molignée-Tal fort. Als Nächstes treffen wir François Dejardin, den Leiter der Fischzucht Le Cheneau in Annevoie. Dieser fröhliche Charakter mit einer Zigarette im Mundwinkel ist einer der letzten, der eine solche Fischzucht in Belgien betreibt.

François Dejardin bei der Arbeit: Er wiegt eine Forelle in der Hand ab - Pauline von Unloved Countries

Bei einer Produktion von 35.000 bis 40 000 Forellen pro Jahr hat François alles über, von der Zucht bis zum Verkauf. Wenn die Forellen in den Becken von Annevoie ankommen, wiegen sie nur etwa 250 Gramm. Sie werden dann so lange aufgezogen, bis sie das Idealgewicht von 420 Gramm erreicht haben. So François, und wiegt sie mühelos von Hand. Anschließend transportiert er seine Forellen zur weiteren Verarbeitung nach Godinne. Die Hälfte der Produktion wird dann mit Eichenholz-Sägemehl geräuchert und die andere Hälfte als Frischware verkauft.

Womit spült man solch vorzügliche Leckerbissen hinunter?

Wir haben nun also schon Schnecken und geräucherte Forelle verkostet, aber noch nichts Typisches zu trinken probiert! Wenngleich Belgien eher für sein Bier bekannt ist, so gibt es seit mehreren Jahrzehnten auch immer mehr belgische Winzer. In Sorinnes, nahe der berühmten Kleinstadt Dinant, treffen wir dazu die sympathische Winzerin Jeannette Van der Steen.

Jeannette in ihren Weingärten, am Ufer der Maas nahe Dinant - Pauline von Unloved Countries

Ursprünglich aus den Niederlanden stammend, begann Jeanette ihre Karriere als Winzerin im Jahr 2001, als sie und ihr Mann Piotr sich ein Schloss kauften, das sie Bon Baron nannten. Von einigen wenigen Flaschen, die zunächst an die Nachbarn verkauft wurden, wuchs der Weinbaubetrieb auf insgesamt 75.000 Flaschen pro Jahr an. Heute betreiben Jeanette und ihr Mann 17 Hektar Weingärten, die größtenteils an den Ufern der Maas nahe der Stadt Dinant zu finden sind. Der Anbau erfolgt nach den Prinzipien der biologischen Landwirtschaft, also ohne Einsatz von Herbiziden und Insektiziden, sämtliche Trauben werden von Hand geerntet. Unkraut wird mechanisch entfernt, und nahe den Rebstöcken locken bestimmte Pflanzen Bienen, Marienkäfer und Hummeln an, um auf natürlichem Wege gegen Blattläuse und asiatische Wespen zu kämpfen, die das empfindliche ökologische Gleichgewicht in den Weingärten stören würden.

Weingärten am Flussufer der Maas

Jeannette und Piotr produzieren 14 verschiedene Weine, einige davon mit der geschützten Herkunftsbezeichnung "Côte de Sambre et Meuse". Dass der Weinbau in Belgien eher ein Schattendasein führt, stört Jeannette nicht im Geringsten. Mit ihrem Know-how trägt sie dazu bei, die belgischen Weine bekannter zu machen.

Weinverkostung direkt im modernen Kellerbetrieb - Pauline von Unloved Countries

Nachdem wir auch ein wenig Wein eingekauft haben, können wir unseren Hunger bis zum Abendessen nicht mehr aufschieben. Schließlich haben wir ja schon den ganzen Tag "ein wenig hier, ein wenig da" verkostet... und so bereiten wir uns ganz einfach auf unserer Hotelterrasse einen kleinen Aperitif zu: Geräucherte Forelle, ein paar Scheiben Brot, Schnecken aus dem Ofen und eine kühle Flasche Weißwein dazu... 

 

Schon haben wir das Molignée-Tal einmal mehr vor Augen und... auf dem Gaumen!

Ich möchte auch so etwas erleben!

 

"L'Escargotière" - Schneckenzucht mit Schau- und Verkostungsraum in Warnant
1 rue de la Gare, 5537 Warnant, Belgien.
Tel: +32 82 61 23 52
info@escargotiere.be
www.escargotiere.be
Von April bis November sind Besucherführungen für Einzelpersonen und Gruppen möglich

 

Weingut "Château Bon Baron"
Zoning de la Voie Cuivrée 50, 5503 Sorinnes (Dinant), Belgien
Tel: +32 497 700 303
www.chateaubonbaron.be

 

Fischzucht "Le Chêneau"
Zwei Orte: Die Aufzucht in Annevoie und die Fischverarbeitung in Godinne/Yvoir
Tel: +32 82 61 32 26 und +32 478 62 88 17
fr.dejardin@hotmail.com
Weitere Informationen findet Ihr auf den Seiten des lokalen Tourismusverbandes
Besucherführungen ausschließlich für Gruppen und nur nach vorheriger Reservierung möglich