Tim verkostet einen typischen Most von Blandine Capitaine - "Les Bulles Ardennaises"

Wir haben den typischen Most der Ardennen verkostet

Ein bewährter, beliebter Most aus den Ardennen

Wir haben den typischen Most der Ardennen verkostet

                     

1 stunde besuch + verkostung

 

Wenngleich der Most aus den Ardennen weniger bekannt ist als sein bretonisches Pendant, so ist er doch nicht weniger hervorragend. Die Gemeinde Lalobbe ist die traditionelle Heimat der Mostproduktion, welche von Martine und Étienne Capitaine seit dem Jahr 2002 mit der Gründung von "Les Bulles Ardennaises" neu aufgenommen wurde. Seit damals ist der kleine Betrieb weiter gewachsen, und die Tochter Blandine hat die Produktion im September 2019 übernommen. Mit ihr besichtigen wir die Räumlichkeiten, bevor wir die berühmten Mostsorten und Apfelweine der Region probieren.

Verkostung mit Juniorchefin Blandine Capitaine

Most und die Ardennen: Eine Verbindung mit Tradition

Gemeinsam mit der Juniorchefin Blandine besichtigen wir die Obstgärten, die der Mostproduktion zugrunde liegen. Inmitten der reifen Apfelbäume verrät sie uns mehr über die Tradition des Obstanbaues in Lalobbe: Schon im 18. Jahrhundert finden sich Spuren eines traditionellen Anbaus in den Archiven. Der Apfelwein aus Lalobbe war sogar über die Grenzen der Ardennen hinaus bekannt: In Paris gab es schon 1880 ein kleines Café mit dem Schild “au cidre de Lalobbe”!

 

Während einige einheimische Familien weiterhin ihren eigenen Most zu Hause vergoren haben geht die Tradition im Laufe der Jahre nach und nach verloren. Als Blandines Eltern, Martine und Étienne, in ihre Heimat zurückkehren, gibt es im Dorf nur noch zwei Pressen. Die traditionellen Streuobstwiesen mit ihren Apfelbaumsorten sind nahezu verschwunden. 1995 kauft das Ehepaar ein Stück Land, um erneut mit der Aufforstung der ersten Apfel- und Birnbäume zu beginnen. Im Jahr 2002, auf drei Hektar verteilt, tragen die Bäume ihre ersten Früchte und die Mostproduktion "Les Bulles Ardennaises" wird gegründet!

Der Apfelmost "Les Bulles Ardennaises" wird sogar in Russland getrunken

Seitdem ist der kleine Betrieb deutlich gewachsen. Wir besuchen nur einen kleinen Teil der Obstgärten, da die verschiedenen Baumwiesen, die im Laufe der Jahre gekauft wurden, über die Hügel und rund um das Dorf verstreut sind. Heute gibt es etwa vierzig Sorten von Mostäpfeln und Mostbirnen auf insgesamt fünf Hektar Obstplantagen. Der Ruf des Ardennenmostes geht bis weit über die Grenzen des Landes, Blandine macht 20% ihres Firmenumsatzes im Ausland und exportiert sogar nach Russland! Ihre jüngste Herausforderung? Den gesamten Betrieb auf ökologischen Landbau umzustellen: Bis ins Jahr 2021 soll dies vollständig gelingen.

Verschiedene Mostsorten zur Verkostung - Les Bulles Ardennaises - Pauline Unloved Countries

Wie stellt man den Most nun her?

Blandine erklärt uns den gesamten Prozess, während wir zu der Maschine gehen, die das reife Obst wäscht. Alle Früchte werden zweimal gewaschen, bevor sie sortiert und zerkleinert werden. Zunächst werden Steine und Äste entfernt, danach faul gewordenes Obst aussortiert. 
Die ausgewählten Früchte gehen dann in eine riesige Multifunktionspresse, die die Früchte reibt und presst, bis sie sich in riesige Art Kuchen verwandeln, die durch Holzpaletten getrennt übereinander gestapelt werden. Der Saft aus diesen Kuchen wird von Verunreinigungen geklärt und gärt in großen Fässern gelagert. Die daraus entstehende Gärung kann bis zu drei Monate dauern. 
Roher Apfelwein gärt länger und hat daher einen höheren Alkoholgehalt als Süßwein. Die Mischungen aus den verschiedenen Apfelsorten verleihen dem Apfelwein jeweils mehr Säure oder Fruchtigkeit.

Auf Tuchfühlung mit den Apfelmostbäumen - Les Bulles Ardennaises- Pauline von Unloved Countries
Gärtank für den Apfelmost - Bulles Ardennaises - Pauline von Unloved Countries

Roh, süß oder aromatisiert: Wie hättet Ihr Euren Apfelmost gerne?

Nach dem Besuch gehen wir in den Verkostungsbereich, wo Blandine mit einer Flasche intensivem, köstlichen Apfelmost auf uns wartet. Sie serviert uns ein großzügiges Glas.

Most passt hervorragend zu Wildspezialitäten

Ich finde den Most, den wir verkosten, ausgezeichnet und im Vergleich zu anderen Mostsorten, die ich bisher kennen gelernt habe, ziemlich stark. Tatsächlich hat dieser etwa sechs Prozent Alkohol! Es gilt also, mit Maß zu trinken. Laut Blandine passt er perfekt zu Wild oder Fisch. Ich, die ich Most früher nur zu bretonischen Crêpes oder einem Kuchen getrunken habe, entdecke ein Getränk, das viel komplexer ist als ich dachte, und das zu allen möglichen Gerichten getrunken werden kann. Eher, wie wir es vom Wein her gewöhnt sind. Als nächstes kosten wir einen Most, der viel fruchtiger und süßer ist. Dieser eignet sich gut als Dessert oder auch als Aperitif. 

Diese beiden Klassiker sind nicht die einzigen Sorten, für die "Les Bulles Ardennaises" berühmt ist. Heute produziert der Betrieb fünf einfache Apfelmostsorten, acht aromatisierte Apfelweine, aber auch Apfelessig, Gelees, Fruchtsäfte usw. Wenn dieser Artikel Lust macht, den Apfelwein der Familie Capitaine zu probieren, dann könnt Ihr diesen übrigens auch im Internet bestellen. Und wenn Ihr in der Region Urlaub macht, dann müsst Ihr dem Betrieb einen Besuch abstatten!

  

Tim verkostet eine Mostspezialität von Blandine Capitaine - Pauline de Unloved Countries

Ich möchte auch so etwas erleben!

 

Mostproduktion "Les Bulles Ardennaises"
9 hameau de la Besace - 08460 Lalobbe
Besuch und Verkostung: 60 Euro
(Gruppentarife ab 10 Personen)
Weitere Informationen und Reservierungen: +33 3 24 52 80 82
lesbullesardennaises.com