Chocolaterie Darcis

Ich war in der Chocolaterie Darcis

Bei Darcis könnt Ihr ebenfalls Eure eigene Schokolade in den Werkstätten der Akademie herstellen.

Darcis Schokolade aller Art

6 min. Köstlichkeit

 

Habt Ihr schon einmal von einem wundervollen Ort wie einer Schokowelt geträumt? Tja, in Verviers gibt es ein ganzes Museum für alles Schokoladige. Während meiner Besichtigung kam ich in den Genuss von Pralinen und der leidenschaftlichen Geschichte voller überraschender Wendungen dieser allseits geliebten Süßigkeit.

 

Ein köstliches Museum

 

Das Schokomuseum liegt in einer alten Fabrik des großartigen Jean-Philippe Darcis. Als ich meine Eintrittskarte erhalte, ist ebenfalls ein Audioguide sowie ein Päckchen mit… ja, Ihr habt richtig geraten: Schokolade dabei! Die drei Pralinen werden zu bestimmten Zeitpunkten der Besichtigung probiert. Widersteht der Versuchung, sie alle auf einmal zu verschlingen und haltet die Verpackung nicht wie ich während der Besichtigung in der Hand. Stellt Euch mal meinen Gesichtsausdruck vor, als ich nach der Hälfte der Besichtigung entdeckte, dass meine zweite Praline geschmolzen war…

 

Nun gut, einmal im Museum erkundet Ihr die faszinierende Geschichte der Schokolade. Reichhaltig, verführerisch und auf der Zunge zerfließend. Kein Wunder, dass die Schokolade seit Langem als „Nahrung der Götter“ bekannt ist.

Im Tempel der Maya

 

Als ich im ersten Saal ankomme, habe ich das Gefühl eine Reise durch Zeit und Raum gemacht zu haben. Ich befinde mich in einem riesigen Mayatempel. Hier lerne ich den Ursprung des Kakao kennen. Vor ca. 4.000 Jahren stand er so hoch im Kurs, dass er als Zahlungsmittel diente. Schokolade wurde zuerst von den Maya und Azteken als bitteres Getränk genossen, nicht als die süße Tafel, die wir heute kennen. Die alten uramerikanischen Kulturen verarbeiteten die Kakaobohnen zu einer Masse, mischten sie dann mit Wasser, Vanille, Honig und Peperoni. Das Gemisch war mousseartig, glatt und köstlich. Die Azteken glaubten, dass die Kakaobohne mystische und magische Kräfte besaß. Bis zum 16. Jahrhundert waren die Wunder des Kakao den Europäern unglücklicherweise unbekannt.

 

Alle Mann an Bord, Matrosen!

 

Wie die Seefahrer geht es anschließend auf einem Boot weiter. Bei seiner vierten Mission nach Amerika 1502 eroberten Kolumbus und seine Mannschaft ein riesiges Boot voller Handelsgüter an sich, vor allem Kakaobohnen. Doch die Schokolade konnte den Gaumen der ersten Kolonisten nicht begeistern. Erst ab 1615 fand Kakao seinen Platz am Hofe des Königs Ludwig XIII. und kam in Mode.

Es werden sämtliche Kurse angeboten, um die Konfektion der verschiedenen Süßigkeiten wie Macarons, Ostereier und Pralinen zu erlernen.

Bürgerliche Schokolade

In einem bürgerlichen Salon der Französischen Revolution erfahre ich mehr über das Schokoladenfieber, welches Europa befallen hat. Ich erkunde die ersten Schokoladenmanufakturen und das Werkzeug, um die Schokolade zu servieren. Sie wird zu dieser Epoche immer noch ausschließlich flüssig angeboten. Ich stoße auf die Rekonstruktion einer kleinen Boutique, wo sich Schokolade in allen Formen darbietet: Riegel, Tafeln und Pralinen. Dank der Wissenschaft erreicht der Kakao ein neues Level, milder, und ergötzt jeden Gaumen. Hier endet der geschichtliche Teil meiner Besichtigung. Aber das Museum hält noch mehr Infos für mich bereit.

Chocolaterie Darcis

Von der Bohne zur Praline

Habt Ihr Euch schon einmal gefragt wie Schokolade hergestellt wird? Das Museum zeigt Schritt für Schritt die Herkunft der Schokolade; wie die Bohnen angebaut, gekocht werden und sich dann wie durch Magie in Euren Lieblingsschokoriegel verwandelt. Der köstliche Schokoriegel erblickt das Tageslicht als eine einfache Kakaobohne am Kakaobaum. Wenn sie reif ist, werden die Schoten geerntet, mit der Machete geschnitten und ausgeschabt. In einem Saal mit tropischem Ambiente erfahren wir etwas über die diversen Kakaoarten, die auf einer Weltkarte verteilt dargestellt werden. Je nach Herkunftsort hat der Kakao einen anderen Geschmack und eine andere Qualität. In einem kleinen Projektionssaal schauen wir uns die Reisefotografien des Besitzers Jean-Philippe Darcis an…

 

Wir gelangen anschließend in die „Werkstatt“ des Museums. Hier können wir die Chocolatiers bei der Arbeit beobachten, wie sie die Kakaobohnen bearbeiten, um Pralinen, Riegel und andere schokoladige Köstlichkeiten herzustellen. Hier erkennen wir die unendlichen Möglichkeiten, die dieses Produkt darstellt. Es passt sich an fast alles an. Ein Saal ist komplett den unterschiedlichen, benutzten Produkten der Chocolaterie gewidmet. Dank metallischer Töpfe verbringen wir unsere Zeit damit, die Gerüche zu erschnuppern und die Zutaten zu erraten. Mir läuft bei Vanille, Zimt und Karamell das Wasser im Mund zusammen. Yuzu und Thymian hingegen bringen mich eher aus der Fassung.

Verkostung

 

Jetzt habe ich aber Gelüste! Am Ausgang des Museums hält der Teesalon alle Arten an Naschereien aus Schokolade wie Kuchen, Desserts, Eis und natürlich Pralinen bereit. Dazu gibt es ein Heiß- oder Kaltgetränk. Ich habe mich für einen Kaffee entschieden, der mit einer Praline und einem leckeren Schoko-Karamell-Kuchen serviert wird.

 

Bei Darcis könnt Ihr ebenfalls Eure eigene Schokolade in den Werkstätten der Akademie herstellen. Es werden verschiedene Kurse angeboten, um die Konfektion der verschiedenen Süßigkeiten wie Macarons, Ostereier und Pralinen zu erlernen. Ein paar der Workshops sind speziell für Kinder gedacht! Was gibt es für eine bessere Methode Schokolade zu entdecken, als sie selbst herzustellen? Und zu essen!

 

Erlebt es selbst
Das Schokoladenmuseum – Chocolaterie Darcis
Esplanade de la Grâce 1, 4800 Verviers
+32 (0)8771 7273
Webseite der Chocolaterie Darcis
Preise und praktische Infos