Über den Ardennen (c) Julia Laffaille

Über den Ardennen mit Magic Air events

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Julia Laffaille

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Über den Ardennen
Einer meiner schönsten Abende an Bord eines Heißluftballons

Über den Ardennen

Einer meiner schönsten Abende an Bord eines Heißluftballons mit Magic Air Events

5 min. Auszeit

Wenige Minuten bis zur Abfahrt

 

Hattet Ihr schon mal das Gefühl, dass die Zeit um Euch herum stehen bleibt? Dass Ihr Euch genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort befindet, um alles zu sehen, was die Welt Euch zu bieten hat? So habe ich mich bei meiner ersten Ballonfahrt über der Wallonischen Region in der Provinz Namür gefühlt. Eine Fahrt im Heißluftballon ist aufgrund der Wetterbedingungen nur bei Sonnenaufgang oder Abends möglich. Er ist die Verheißung göttlichen Lichts, das uns wärmt und der Landschaft eine orangene Färbung verleiht. Wenn ich mir online Fotografien einer Ballonfahrt angeschaut habe, habe ich mich immer gefragt: wie kommt dieses unglaubliche Licht zustande? Nun habe ich die Antwort! Das Geheimnis liegt in der simplen Verpflichtung des Wetters, des Windes, dessentwegen nur im sicheren und günstigen Morgengrauen und in der Abenddämmerung gefahren wird. Doch bevor ich es mit meinen eigenen Augen sehen durfte, musste ich noch ein paar andere Etappen durchlaufen.

 

Erstmal musste ich gegen 17:30 Uhr am Treffpunkt im wunderschönen belgischen Dorf Han-sur-Lesse sein. Vor Ort erklären die Ballonfahrer den Passagieren die Sicherheitsvorschriften und den Fahrtablauf. Ein paar sind schon alte Hasen, aber andere wie ich haben ein Funkeln in den Augen und können es vor Ungeduld kaum noch erwarten. Überrascht und erfreut erfahren wir, dass alle Passagiere bei der Vorbereitung des Ballons helfen. Es werden mehrere Gruppen gebildet und ein schönes Gemeinschaftsgefühl entsteht rund um diese Riesen, die wir mit Luft befüllen, nachdem wir den Korb befestigt haben. Die Ballons füllen sich mit Luft und richten sich wie schlaffe Marionetten, die wieder Form annehmen, auf. Die euphorische Vorfreude vor der Fahrt macht im Angesicht dieser einzigartigen Vögel, dieser gigantischen, von Menschenhand erschaffenen Ballons, Furcht und Zweifel Platz. 

 Der Korb löst sich langsam vom Boden und schon beginnt die fantastische Abfahrt 

Als alle Vorbereitungen getroffen sind, können wir in den Korb: Ballonfahrer Eric, ein Herr und seine beiden Kinder sowie ich. Die Flamme unter dem Verbrenner leuchtet auf, wir gehen an Bord und der Korb löst sich langsam vom Boden. Die freigesetzte Hitze der Verbrenner ist beachtlich. Wenigstens wird uns hoch oben dann nicht kalt. Nach ein paar Minuten ist die Angst wie weggeblasen. Wir schweben ein paar Meter über dem Boden, über der sicheren Erde und blicken auf die einzigartige Landschaft, die sich vor unseren Augen entfaltet. Nach jedem weiteren Meter denke ich: Das war mit Sicherheit der schönste Blick auf der Spazierfahrt. Die Minuten verstreichen und ich wiederhole dieses Mantra während einer Stunde so lange, dass ich auch heute nicht mehr sagen kann, wann man den schönsten Ausblick hatte. Von hier aus, im riesigen Ballonkorb, sieht alles so klein und anders aus. Häuser ähneln Miniaturmodellen, ihre Bewohner, die uns herzlich zuwinken, Ameisen, die vom Ballon weise beaufsichtigt werden. Die Fahrthöhe zeigt uns wie schön die Erde ist, wie tief wir mit den grandiosen Landschaften verbunden sind. Ich erblicke die Ardennen, die ich schon seit ein paar Tagen durchquere, in neuem Licht und sie kommt mir jedes Mal noch fabelhafter vor, auch wenn ich erste einen kleinen Teil erkundet habe.

Fahrt im Heißluftballon
Ballonfahrt über den Ardenner Wald

Licht und Fauna treffen bei diesem Spektakel aufeinander

 

Und das wunderschöne Licht wird je länger wir fahren immer rötlicher und verwandelt die Wolken in riesige Zuckerwattebällchen. Am Horizont fliegen nur ein paar andere Heißluftballons neben uns und wie wir nach Laune des Windes. Sogar die, die vor ein paar Minuten noch so riesig aussahen, wirken vor der himmlischen Unendlichkeit unbedeutend. Hier oben könnte ich stundenlang bleiben, doch leider müssen wir landen bevor es dunkel wird. Aber wir haben noch ein paar Minuten in denen wir über Dörfer und Felder der Region hinwegziehen, Feldhasen, Hirschkühe und Hirsche überraschen, die sich in den hohen Wäldern vor Blicken geschützt glaubten. Nur ihr Laufschritt ist in der Stille zu hören, die hier herrscht. Die wenigen Worte, die wir wechseln, sind ganz dem Lob der Schönheit gewidmet, die nur durch ein paar neugierige Fragen zur Funktionsweise des Ballons unterbrochen werden. Was für ein Glück wir haben, sie bewundern zu dürfen.

 Die Magie umgibt uns alle, Groß und klein unterliegen dem Charme 

Ballonfahrt über den Ardennen (c) Julia Lafaille

Eric, unser Fahrer und erfahrener Ballonfan beantwortet unsere Fragen gerne, führt uns sogar über die Wipfel hoher Tannen und beweist damit erneut sein perfektes Können als Ballonfahrer. Wir berühren die Äste mit unseren Fingerspitzen und sammeln sogar einen Tannenzapfen, der nicht im Traum daran geglaubt hätte, jemals gepflückt zu werden. Die Augen der Kinder an Bord leuchten. Ich bin mir sicher, dass meine Augen auch strahlen, obwohl ich 15 Jahre älter bin. Wir lachen über die Form der Bäume unter uns, die Brokkoli ähneln, deuten mit dem Finger auf kleine Kuriositäten, die wir sonst niemals entdeckt hätten. Die Pferde und Kühe auf den Weiden bekommen es bei dem großen Flugkörper mit der Angst zu tun und rennen mit ganzer Kraft über die Felder. Höhepunkt der Wahnsinnsaussicht auf die Landschaft: eine Frau ruft uns von ihrem Haus aus zu, ob wir ihre vermissten Kühe sehen! Ein paar Meter weiter erblicken wir sie tatsächlich am Waldesrand und machen uns damit zu den Hirten der Herde. Die gute Tat des Tages wäre auch erledigt!

Eine Landung ohnegleichen

 

Noch ein paar Minuten bis zur Ankunft. Eric macht ein Feld ausfindig, das groß genug ist und nahe einer Straße liegt, sodass uns seine Frau abholen kann. Dann sinken wir ab, komplett abgesichert durch den ungewöhnlichen Piloten, der uns in einem Feld absetzt mitten im Nirgendwo. Wir fühlen uns wie Forscher, die auf gut Glück auf einem fremden Planeten landen; als sähen wir die Umgebung zum ersten Mal und komplett abgeschnitten durch die Fahrt. Die paar unvermeidlichen Erschütterungen, die der Korb erfährt, als er den Boden berührt, machen das Erlebnis der Ballonfahrt noch einzigartiger.

Die Höhle von Han-sur-Lesse

Auf der To-do-Liste der Region

Mehr dazu

Wir werden sanft durchgerüttelt bis der Ballon sich sanft ins Feld legt. Jetzt wird alles aufgeräumt, indem wir alle Handgriffe umgekehrt ausführen wie beim Aufbau.

 

Die Rückkehr zur Realität ist schwierig. Zum Glück folgt auf diesen Augenblick ein Umtrunk auf die Ballonfahrt, mitten im Feld. Dann verschwinde ich mit meinem Zertifikat zur Ballonfahrertaufe, das mich immer an die magische Zeit im Himmel über den Ardennen erinnern wird, in die Nacht.

 

Erlebt es selbst

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