Bouillon mit dem Wohnmobil

3 Länder und 5 Strecken

mit dem Wohnmobil durch die Ardennen

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Entdeckungen und Begegnungen

Freiheit mit dem Wohnmobil

Die Ardennen mit dem Wohnmobil zu durchqueren, ist das Versprechen einer unglaublichen Freiheit und der Entdeckung einer bestimmten Lebenskunst

Mit dem Wohnmobil durch die Ardennen

Mitten im ardennischen Mythos

4 min. Episches

Wenn in den Tiefen des Waldes oder am Wasserlauf, bei der Stürmung einer Festung oder auf der Lauer nach Legenden Welten aufeinander treffen: die Ardennen mit dem Wohnmobil zu durchqueren, ist das Versprechen einer unglaublichen Freiheit und der Entdeckung einer bestimmten Lebenskunst. Aufatmen, leben, sich verzaubern lassen!

 

Aber wo starten wir mit dem Wohnmobil? Wenn wir eines auf unseren Reisen gelernt haben, dann ist es die Tatsache, dass Wasser oftmals der beste Führer ist. Es gräbt sich durch die Landschaft und formt sie. Es bedingt das Leben der Menschen. Sein beständiger Fluss ist eine unendliche Reise. Ob nahe mysteriöser Wälder, uneinnehmbarer Festungen, authentischer Brauereien oder an Schätzen des Kulturerbes; Wasserläufe sind in den Ardennen nie weit weg! Und inmitten der Täler wird es immer Frauen und Männer geben, die Euch ihre Geschichte erzählen… Die Ardennen gleichen einem Buch, dessen Einband die Maas und deren Zuflüsse die nährenden Seiten einer fabelhaften Erzählung sind.

Das schönste Ambiente

Wir halten es für sinnvoll, unseren Rundweg an eben jenem Flussbett von Maastricht bis nach Mouzon zu beginnen. Dort, wo das Relief an einigen Orten den Stempel der früher florierenden Industrie trägt. Dort, wo das Massiv sich unweigerlich auf französisches, belgisches und luxemburgisches Gebiet ausweitet! Das Tal des Sesbachs (bis zur französischen Semoy), der der Maas zufließt, ist ein gutes Beispiel für eine zauberhafte Strecke, die mit den Landesgrenzen spielt. Wir lieben die mystische Atmosphäre, die sich im nebligen Morgengrauen entfaltet und die wir vom Wohnmobil aus voll auf uns wirken lassen können. Heute am Wasser, morgen über den Wolken. Übermorgen das Röhren eines Brunfthirsches inmitten des üppigen Waldes hören, am Tag danach in einer dieser malerischen Städte oder die Stille des Landes genießen.

Eine große Freiheit

 

Unsere ardennische Rundreise zeugt auch von einer Ländlichkeit, die ihre Authentizität und Traditionen erhalten konnte. An den Quellen des Sesbachs im Areler Land und in der Gaume, entlang der Amel oder kleinerer Wasserläufe wie der Lienne ist es leicht einen Stopp einzulegen. Hier kann man sich im Verlauf der typischen Dörfer mit dem Label „Les Plus Beaux Villages de Wallonie“ (Die Schönsten Dörfer der Wallonischen Region) von dem außergewöhnlichen Kulturerbe verblüffen lassen und die üppige Küche probieren. Ohne Probleme findet man hier einen Schlafplatz, ob auf einem verfügbaren Camping- oder Rastplatz oder unter freiem Himmel. Wir kosten diese Freiheit mit Erholungsfaktor aus. Das ist es doch, was man sich von einer Reise im Wohnmobil verspricht, oder?

Ein Mosaik aus Landschaften und Traditionen

 

In den Tiefen der Täler treffen wir im Übrigen auf ein jahrtausendealtes Knowhow, ein Kulturerbe des Geschmacks, auf das man in den ganzen Ardennen stolz ist: die Bierbrauerei. Wir lassen uns von Einheimischen anleiten und besichtigen im gesamten Gebiet ein paar Brauereien. So lernen wir, industrielles, in Abteien und in den regional aufblühenden Mikrobrauereien gebrautes Bier zu unterscheiden. Insgesamt führt das zu einem breitgefächerten, köstlichen Angebot. Früchte einer leidenschaftlichen Arbeit, die sich dem sagenumwobenen Terroir verbunden fühlt. Lupulus, La Chouffe, La Lienne, das „elfische“ Elfique… Vergesst nie, dass die Reinheit des Wassers dem Gebrauten seine Qualität verleiht und im Schutz des Waldes an den Quellen Nymphen, Feen und andere Fabelwesen wie die berühmten Nutons (Fabelwesen der französischen Ardennen) geboren werden!

Überraschungen an jeder Ecke

Die Route wird zudem von unglaublichen Sehenswürdigkeiten gesäumt. Die Strecke an der Urt und des Großherzogtums Luxemburg lässt uns mit einer Gänsehaut zurück, sei es durch die ausgehölten Landschaften, diese kleinen Inseln, die vom Zusammenfluss des Wassers geformt wurden, die Festungen und Burgen, die ihre uneinnehmbaren Silhouetten auf die ardennische Landschaft werfen. Wie damals Victor Hugo, stehen nun wir unter dem Bann von Vianden. Wir sind verzaubert von Sedan, den Festungen von Namür und Dinant, werden angezogen und sind begeistert von den Geheimnissen des Schlosses von Petite-Somme, dem Rückzugsort der hinduistischen Gemeinschaft Radhadesh. Einfach außergewöhnlich!

„Kann man so schnell so weit reisen?“

 

Je mehr wir vom Gebiet sehen, desto mehr zeigen die Ardennen ihre Nuancen. Wir stellen innerhalb weniger Kilometer fest, dass die fabelhafte Region Hohes Venn – auf der Strecke, die uns zur Amel führt - eine Prise germanischer Kultur mit sich bringt. Eine schöne Überraschung. So schön, dass wir uns fragen: kann man so schnell so weit reisen?

 

Somit zeigen sich die Ardennen in ihrer vergangenen und gegenwärtigen Form: ein Gebiet der Begegnung europäischer Kulturen. Ein gemeinsamer Ort, eventuell ein Erbe der historischen Querelen? Auf jeden Fall ist diese Feststellung und noch mehr das Erlebnis an sich eine Genugtuung. Na aber sicher! Die unwiderstehliche „Belgitude“ oder der zuerst zurückhaltend erscheinende Charakter der Ardenner kann die unerschütterliche Großzügigkeit und vor allem die bedingungslose Liebe zu dieser Region nicht verstecken. Wie sagt man hier: „Bei Pommes und Bier kommt jeder überein!“.